Ich bin verwirrt: In meiner kleinen Welt waren die Tierrechtaktivisten von PETA immer die Guten, so tendenziell zumindest. Tiere sollte man grundsätzlich schützen, und beim Vegetarismus muss ich ja nicht mitmachen. PETAs Kampagnen jedoch sind eine einzige Anhäufung von sexistischer, niveauloser Faux-Pases. Da werden Männer auf Schwanzlänge und (Im)Potenz, Frauen auf ihre unrealistisch sexgeilen Hotbodies reduziert. Ganz zu schweigen von den beispiellosen Missgriffen an unappetitlichen deutschen Testimonials wie Lisa Fitz oder Sarah Connor, die ich hier nicht weiter anführen möchte. Pfui, PETA!
Ich bin normalerweise völlig unempfindlich gegenüber solchen -ismen, freue mich über schöne Frauen, bösen Humor und Grenzüberschreitungen in jedem Kontext. Umso allergischer reagiere ich auf pseudoprovokante Instinktstimulation. Also: Von mir aus zeigt Titten und macht Euch über Schwänze lustig, aber macht es schlau und doppelbödig. Und wer das für ein Oxymoron hält, hat die Bunnies bei Harald Schmidt nicht gesehen.
Dennoch würde ich mich über eine Einschätzung einer Person freuen, die entschieden sowohl gegen Fleisch als auch Sexismus ist (davon gibt es sicherlich einige). Was die EMMA (jetzt hab ich sie wirklich verlinkt!) dazu denkt, kann man sich denken. Also, was denkst Du: Heiligt der Zweck die Mittel? Alles halb so wild? Oder hat sich PETA damit ins Abseits geworben? Bist Du jetzt schizophren? Urteilt selbst, zuerst das neuste amerikanische Motiv und die letztjährige deutsche Osteranzeige:
Vergangene Heldentaten gegen Hundezucht, Sportfischen und Fleischkonsum:
Der Gemüsesex-Spot zum Super Bowl:
Und natürlich der fast schon legendäre Gemüse-Casting-Spot:





Ich bin gegen überflüssigen Fleischkonsum (in der ersten Welt ist das jeglicher Fleischkonsum) und Sexismus. Sexismus ist das was herrscht wenn man jemandem aufgrund einer Geschlechtszuweisung schlecht behandelt, aber kein Bild oder Video.
Plakate, Videos und Werbung sind nur Informationen auf Datenträgern. Frauen, weil sie Frauen sind, dazu zu zwingen sich für die Erstellung solcher Datenträgern nackt zu machen wäre scheiße, gewöhnlich ein Verbrechen und eben sexistisch. Ich glaube kaum das Peta das gemacht hat. Wenn das aber jemand glaubt soll er Peta gefälligst anzeigen oder dafür sorgen das Frauen nicht aus Not Dinge tun müssen die sie nicht wollen (und Männer natürlich auch nicht).
Wenn man Äusserungen anderer (Werbung zum Beispiel) nicht leiden kann, dann soll man Äusserungen machen die man besser findet statt den anderen ihre Äußerungen verbieten zu wollen. Andernfalls begibt man sich auf das Niveau aller möglichen Leute mit denen man lieber nichts zu tun haben möchte.
Hallo Tom, Deine Auffassung von Sexismus ist interessant. Ich weiß von diesen Dingen zu wenig, eins weiß ich aber: Dass ein Bild o.ä. nicht sexistisch sein kann, da würden Dir ca. 99% aller Menschen widersprechen, die sich mit diesem Thema näher befassen und besser auskennen als ich. Sie kleben beispielsweise “sexistische Kackscheiße” auf Werbemotive halbnackter Frauen. Finde ich Quatsch, ist aber von der adressierten Ebene her schon machbar. Was antwortest Du denen? Dass Sexismus nur ein Synonym für Gewalt wegen Geschlecht ist?
Für mich sind diese Darstellungen deshalb sexistisch (bzw. die damit medialisierten Argumentationen), weil sie das Thema eben auf seine sexistische Komponente (Frauen sollten Vegetarierinnen werden, um geile Körper zu haben, Männer, um ordentlich begatten zu können) reduzieren. Statt die Vorzüge des fleischlosen Lebens auf anderen Dimensionen zu illustrieren, wird der Sex und die banalsten Geschlechterklischees benutzt, um billig zu provozieren. Das finde ich doof.
Verbieten möchte ich aber nichts daran, falls Du mich missverstanden hast.