13. November 2010 1

How to make a book with Steidl

Von in Bücher, Medien, Zukunft

Wann stirbt das Buch aus? Morgen oder gar nicht? Die Zukunft des Buches wird heftig verhandelt: Die einen singen Moritate auf das gedruckte Buch, die anderen glauben an seine Unsterblichkeit; und wenn nur, weil eine Welt ohne Bücher ihre Vorstellungskraft übersteigt. Dabei vergessen die einen gerne, dass Evolution oft Überleben in der Nische bedeutet, die wenigsten Dinge also einfach aussterben. Und die anderen übersehen, dass ein Buch eine Technologie wie jede andere ist, von menschlichem Bedarf und Nutzung geformt, erdacht, groß gemacht und irgendwann nicht mehr gebraucht. Zum Beispiel, wenn das elektronische Papier kommt.

Ich glaube daran, dass immer überlebt, was bewegt. Sicherlich wird der Massenmarkt das Buch bald schon verabschieden, wenn eInk und ePaper seiner tauglich sind, wenn Kindle und iPad sich großflächig durchsetzen. Ein gebundenes, papiernes Buch kann jedoch einen emotionalen Wert darstellen, den ein elektronisches Gerät niemals erreicht. Und dafür arbeiten Menschen wie Gerhard Steidl, um den es hier eigentlich geht.

Der Verleger und Drucker aus Göttingen ist ein Fanatiker der Buchkunst, ein Workaholic, ein leidenschaftlicher Büchernarr. Er druckt die ganz großen Namen der publizierenden Kunst: Günther Grass, Robert Frank, Joel Sternfeld, Ed Ruscha, Robert Adams, Jeff Wall. Die hochgelobte Dokumentation “How to make a book with Steidl” (ab 1.12. auf DVD, Trailer unten) zeigt nicht nur den eigensinnigen Meister bei der Arbeit, im Gespräch mit seinen auf der ganzen Welt verstreuten Kunden und sein Handwerk. Sondern auch viele gute Gründe, warum das Buch, wie wir es kennen, niemals aussterben wird.

Via Julia Knolle.

Ein Kommentar zu “How to make a book with Steidl”

  1. [...] Link irgendwie Geld bezahlen muss oder man ein Stück seiner Seele verkauft. Es soll ja nur anderen Menschen ermöglichen neue, interessante Blogs zu finden. Und das ist hiermit getan. [...]

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