Eigentlich wollte ich die Präsenz von Bill Kaulitz und Wolfgang Joop auf diesem Blog vermeiden. Doch dann ist mir aufgefallen, dass Kaulitz´ bei “Durch die Nacht mit…” geäußerte Internetkritik ein wunderbarer Beleg dafür ist, dass die Debatte um Sinn und Unsinn des Internet keine Generationenfrage ist. Sondern eine Frage des sozioökonomischen Status.
Bill Kaulitz würde also gerne das Internet abschalten. Für alle.
“Wenn ich auf´n Knopf drücken könnte und ich könnt auf´n Knopf drücken und könnte das Internet jetzt abschaffen für alle, ich würd´ den sofort drücken. (…) Das geht so´n Zauber weg und so ´ne Magie. (…) Aber auch diese ganze, die Wertschätzung, von auch allen Produkten, von Magazinen, von, was auch immer, Bücher, Mode, Musik, Filme, das ist alles nicht mehr da, weil du kriegst es alles, es ist ein Klick. “
Das Internet entwertet seiner Aussage nach bis zur Auslöschung – vor allem Magazine, Bücher, Musik und Filme. Also Medien, die sonst Geld kosten. Dazu darf jeder kommentieren, was ein anderer tut. Das raubt aus seiner Sicht den Zauber und die Magie (seiner Kunst), also metaphysische Werte.
Bill Kaulitz setzt also Preis gleich Wert. Wenn man etwas (legal oder illegal) ohne Kosten beschaffen kann, wird es für Kaulitz damit wertlos und verschwindet. Das ist eine weit verbreitete Sicht auf die sogenannte “Gratiskultur” des Internet. Als ob mit dem Ablösen des Preisschildes ein Produkt gewordene Information erst wertlos – und dann zu reinem Nichts würde.
Was aber macht denn diese Medien ursprünglich wertvoll? Ist es das bedruckte Papier oder die bespielte DVD? Worin liegt der beklagte Wert, den sie im Internet angeblich verlieren?
Medien waren und sind Träger von Information. Vor dem Internet jedoch war das einzelne Heft, die einzelne DVD und damit die enthaltene Information schwer zu kopieren. Und damit waren die Informationen exklusiv. Wenn ich Zugang zu diesen exklusiv vertriebenen Informationen haben wollte, musste ich bezahlen. Der Unterschied für Denker wie Kaulitz liegt also in der Exklusivität, die sich in einen Preis und damit in einen (höheren) Wert übersetzt. Was eine lupenrein ökonomische Sichtweise ist: Ist es nicht exklusiv, kann man es nicht verkaufen. Kann man es nicht verkaufen, ist es wertlos.
Nun ist Bill Kaultz wahrscheinlich lange genug ein besserverdienender junger Mann, um vergessen zu haben, wie es sich anfühlte, als sein ökonomischer Status ihm noch nicht quasi freien Zugang zu allen kostenpflichtigen Medien erlaubte. Er hat vergessen oder niemals erlebt, dass man sich Kinokarten und Magazinabos, CDs und Bücher leisten können muss. Er kennt das Gefühl der Knappheit von Information und vor allem ihrer Auflösung nicht, das viele Menschen zu Freunden des Internet macht.
Und andererseits ist er schon lange genug berühmt, um als “schlimm” zu empfinden, dass sich im Internet Informationen schnell global verbreiten, sich jeder dazu eine Meinung bilden und diese verschriftlichen kann. Und dass die Menschen diese neuen Möglichkeiten unter anderem auch nutzen, um genau das zu tun, was sie auch “in echt” getan haben und weiter tun: tratschen und lästern. Gerne über Stars, die in der Medienökonomie die Fokalpunkte darstellen und, je bekannter und beliebter, desto mehr Nutzen spenden als “normale” Leute, da sie eben jeder kennt. Dieser Vorgang nennt der Star namens Bill Kaulitz “beschmutzen” (in seinem Falle vielleicht recht zutreffend). Denn er kennt womöglich die andere Perspektive nicht (mehr), die “von unten”, die des zwölfjährigen Mädchens, das sich mit anderen zwölfjährigen Mädchen in einem Forum über seine Frisur austauscht. Und er realisiert nicht, dass schon immer Menschen alles kommentiert haben, schon lange vor dem Internet. Diese nur in der Hofpause geäußerten Kommentare waren für die Kommentierten nur nicht so hör- und sichtbar wie jene, die in virtuellen Foren und Communities ausgetauscht werden. Kaulitz kennt das Internet nur von oben, und er hat nicht gelernt wegzuschauen, und deswegen nervt es ihn, deswegen würde er es abschalten, für alle.
Kaulitz ist hingegen noch nicht lange genug reich und berühmt, um verstanden zu haben, wie sehr das Internet auch ihm nutzt. Wie viele Leute er und seine Musik damit erreichen können, wohl oder übel. Wie viel Geld er damit verdient. Er gibt zwar zu, dass es “viele Wege” eröffnet. Wohin ihn diese neuen Wege bringen oder bringen könnten, formuliert er jedoch nicht aus. Er nimmt deren Nutzen als gegeben hin, er evaluiert ihren Nutzen nicht. Wozu auch, er als etablierter internationaler Star bräuchte das Internet mit seinen Vorteilen und der Demokratisierung der aufmerksamkeitsökonomischen Vertriebswege und diesem ganzen Chaos der Social Media nicht unbedingt. Er würde auch in einer Musikwirtschaft der 70er oder 80er Jahre prosperieren und wahrscheinlich sogar (noch) mehr Geld verdienen. Das Internet ist seinem Wohlbefinden nicht zuträglich, schlimmer: Es bringt nichts, es schadet nur.
Und darum geht es vielen Kritikern eigentlich, ohne dass sie es selbst erkennen würden (und nicht nur beim Internet): Eigener ökonomischer Nutzen.
Wenn exklusiver Zugang zu Medien entwertet wird, sinkt der Gegenwert des eigenen Kapitals, da man dafür nicht mehr so viel exklusiven Zugang kaufen kann wie früher. Das ist quasi eine (subjektive) Inflation des eigenen Kapitals. Je mehr Kapital ich habe, desto höher sind meine Verluste.
Gleichzeitig, als berühmter Mensch, verliert man Kontrolle und wird (rein subjektiv) mehr, objektiv auf jeden Fall sichtbarer diskutiert. Wenn man den daraus entstehenden Nutzen nicht sieht oder sehen will, findet auch hier eine Entwertung statt, nämlich die der eigenen Exklusivität und damit des eigenen Potenzials, der eigenen Wertschöpfungskraft. Und damit wiederum des eigenen Kapitals – je höher mein Status, desto höher meine Verluste.
Und das tut weh, das ist “so schlimm”. Je mehr Kapital man hat, desto schlimmer ist es.
Es geht bei solchen Diskursen also weniger um Technikfeindlichkeit oder -enthusiasmus, Generationen- und damit verbundene Mentalitätsfragen. Bill Kaulitz ist wahrlich kein Wolfgang Joop und keiner von beiden wiederum ein Frank Schirrmacher, und trotzdem haben sie alle viel gemeinsam, trotzdem kann man aus den Denkstrukturen von Kaulitz viel auf die anderen beiden übertragen: Sie alle haben einen gewissen sozioökonomischen Status und damit Kapital zu verlieren, das vom Internet und seinen Auswirkungen bedroht wird (zumindest nehmen sie es vornehmlich so wahr – Schirrmacher ist zusätzlich noch direkt bedroht, da das Internet das Geschäftsmodell seiner Existenz, den klassischen Journalismus, in Frage stellt.).
Sie alle haben Angst um ihr beträchtliches Kapital, egal wie alt sie sind. Sie haben viel zu verlieren.
Bill Kaulitz würde das Internet also gerne abschalten. Und zwar für alle. Jedoch nicht aus sturer Technikfeindlichkeit oder Altruismus. Nicht, weil er die Welt besser machen wollte. Nicht, weil er zu alt dafür ist oder es nicht bedienen kann. Nicht, weil er zu viel von seiner eigenen Musik gehört hat und jetzt die Stille sucht.
Sondern aus banalem ökonomischen Egoismus.
KILL baulitz
kommentarlosigkeit ist echt ne qual hier.
wirklich toller artikel und sehr gut analysiert. stimme total mit dir überein.
thumbs up :)
Danke, Patrick. Und der Rinderbaron muss mal in den Süden, abkühlen.
Danke. Besonders das du immer wieder betont hast das er es für alle abschalten würde. Wie jemand überhaupt so etwas böses tun könnte!?
Ich mag keine Post – also schalt ich sie einfach ab, wenn ich könnte – für alle.
Soll er doch einfach selbst keine Briefe mehr öffnen und schreiben. Wie ekelhaft ich so eine möchtegernübergriffige Person doch finde. Und lächerlich, da sein Allmachtswunsch so absurd unpraktikabel ist.
“Denker wie Kaulitz” (großartig!) bewegen sich nur in ihrem kleinen Ego-Universum und könnten daher gut auf das Internet verzichten.
Leider verschmutzen sie jeden Tag mein Universum, darauf könnte ich gut verzichten.
Andererseits liefern sie hin und wieder auch perfekte Vorlagen für gute Artikel und Diskussionen. Deshalb an dieser Stelle einmal: Danke Bill!
Schön interpretiert. Das einzige was mir fehlt, ist deine Bewertung von Joop. Wie Winkel so schön geschrieben hat: “Der Kaulitz ist ja noch jung und entsprechend doof, aber der Andere?!” – Joop sitzt die ganze Zeit da und bejaht fleissig was Kaulitz da sagt. Müßte er (aufgrund von Lebenserfahrung usw.) nicht hin und wieder Einspruch erheben?
peace,
j
@Jubai: Eigentlich müsste Joop Einspruch erheben, ja. Man kann sich nun einerseits einfach machen und sagen, dass Joop als degenerierter Modezombie keinerlei intellektueller Auseinandersetzung mit Thesen wie von Kaulitz fähig ist. Oder dass er, hypnotisiert von Kaulitz Monolog und Auftritt, über eine Gothic-Fashionline nachdenkt.
Wahrscheinlich ist er aber aus genau den gleichen egoistischen Gründen wie Kaulitz gegen dieses schlimme Ding, das ihm das Leben und Geldhaben schwerer macht. Und endlich spricht´s mal einer aus, der nicht so alt ist und bei dem es deswegen nicht “albern” ist, wenn er eine revolutionäre Erfindung aus persönlichen Motiven am liebsten abschaffen würde.
Du bist Pirat.
Das ist ein Kompliment. ;)
http://twitter.com/inforrupt/status/13943691114717185
Kaulitz kommt aus einer Bravo-Welt, Joop aus einer Vogue-Welt. Beides Welten, in denen die “Promies” hochgejazzt werden und keine kritischen Töne erwünscht sind … das Magische für beide ist dort, dass ihnen keiner auf gleicher Augenhöhe widerspricht.
Das ist natürlich im Netz anders, da zählt ihre Meinung genauso viel wie die jedes anderen Popels. Dort zählt der Inhalt der Werke/Worte und nicht von wem es kommt.
Demokratie ist für “Eliten” selten verständlich …
Ich glaube eher, dass ein Bill Kaulitz einfach nur das nachplappert, was ihm sein Sozioökonmisches Umfeld eingepflanzt hat. Wie viele in der Diskussion, sind die meisten einfach nicht im Stande sich einen eigenständigen Gedanken darüber zu bilden und stellen sich einfach auf eine der beiden Seiten. (Aus welchen, meist weniger pathetischen, Gründen auf immer.)
Ich find es grotesk, dass ein junger Mensch, der sich ausschliesslich in eimem oberflächlichen Milieu bewegt, dass nur darauf aus ist andere Menschen auszubeuten, darüber sinniert, was Menschen dürfen sollten (nämlich die CD’s/Konzerttickets kaufen) und was nicht (Kritik an jemandem üben, weil die, die so was machen, die sind ja doof und verstehen meine künstlerischen Werte nicht und wieviel Energie ich da reinstecke… (obwohl ja im Hintergrund eine größere Infrastruktur steht, in der Kaulitz auch nur ein kleines Rädchen ist.)
Götterkomplex für jugendliche Popstars!
Sehr gut geschrieben und analysiert!
Kompliment!
Ein typischer Beitrag der darauf beruht seine eigene Welt auf die eines anderen zu projektieren. Bill Kaulitz, der bestimmt alles andere als eine “normale” Kindheit hatte, wird wahrscheinlich Wert nicht mit Preis (Geldwert) gleich setzen. Zum einen hat er genug Geld als das er den Begriff Wert nicht mehr mit Geldwert gleich setzt, zum anderen gehe ich davon aus das er bisher noch keinen vernünftigen Umgang mit selbigen gelernt hat. Bill Kaulitz hat auch nicht einmal das Wort Gratis oder Kostenlos genannt. Aus diesen Video ist nicht ansatzweise erkennbar das es ihm um eine Kostenloskultur geht.
Kaulitz redet auch über zwei ganz unterschiedliche Aspekte.
Zum einen, eigentlich ist es der zweite Aspekt, die Inflation von Informationen. Eine Zeitschrift, Buch oder CD hat eine gewisse Auflage. Wenn sie vergriffen ist, ist sie weg. Dadurch hat sie einen gewissen Wert, einen Seltenheitswert. Eine Bild-Zeitung hat durch die Millionenauflage und das tägliche Erscheinen einen sehr geringen Seltengheitswert, ein in der Auflage limitiertes Buch mit Fotos hat einen recht hohen Seltenheitswert. Dies schlägt sich zwar auch im Preis nieder, zeigt aber lediglich das wir bereit sind für seltene Dinge höhere Preise zu bezahlen.
Im Internet gibt es diesen Seltenheitswert nicht. Informationen sind immer und überall verfügbar. Informationen können nicht “vernichtet” werden oder gehen verloren (das Internet vergisst nie). Durch diese Inflation werden selbst wichtige Informationen fast schon wertlos.
Sie werden aber auch dadurch wertlos, indem sie einfach verfügbar sind. Für ein gutes Buch muss ich u.U. einige Läden abklappern weil es nicht überall verkauft wird. Da ich so viel Energie in den Erwerb des Buches gesteckt habe, steigt es für mich im Wert. Wenn ich es dann später mit jemanden teilen möchte, dann kann ich es in der Mitte durchreißen oder es verschenken/verleihen. Auf alle Fälle gebe ich die physisch vorhandene Information aus den Händen. Ich gebe also etwas das für mich einen Wert darstellt, an jemanden anderes weiter.
Im Internet wird gerne von “Share” gesprochen. Share on Twitter, Share on Facebook, usw. Richtig müsste es aber Multiply heißen. Ich teile nichts, ich multipliziere eine Information. Wenn ich einen Link auf Twitter veröffentliche, kann ich den Link immer noch besuchen. Wenn ich ein Buch verschenke, kann ich darin nicht mehr lesen. Es besteht also ein ganz deutlicher Unterschied im Wert ob ich ein Buch verschenke (teile) oder ob ich einen Link share (multipliziere).
Zum anderen kritisiert er das jede, und er meint aus seiner Sicht wirklich jede, Information sofort verfügbar ist. Aus seiner Sicht wird es sofort veröffentlicht wenn er beim Pinkeln zwei mal gepupst hat. Und vor allem wird dies dann auch gleich Kommentiert. Mich persönlich würde es auch stören wenn sich Millionen Menschen sofort Gedanken machen ob ich ernsthaft erkrankt bin weil ich beim Pinkeln gepupst habe.
Hier spricht ganz deutlich die Sehnsucht nach einer Art Privatleben und die Angst vor einem Kontrollverlust. Er weiß zwar das er im Rampenlicht steht und somit ein richtiges Privatleben eher undenkbar ist, sieht aber auch ganz klar die Vorteile zwischen Print und Internet. Im Print gibt es noch gewisse Möglichkeiten zu kontrollieren was veröffentlicht wird. Interviews können gegeben oder verweigert werden. Gegebene Interviews können abgesegnet werden, gemachte Fotos ausgewählt werden. Selbst Paparazzi kann man in gewisser Weise noch entkommen indem man sich an geheimen Orten aufhält oder inkognito unterwegs ist.
Letzteres ist durch das Internet und Fotohandys mit Internetanschluss nicht mehr gegeben. Jeder der dich auf der Straße erkennt, kann ein Foto machen und dies sofort veröffentlichen. Zudem kann ungefragt und ungefiltert das ganze kommentiert werden. Nicht nur von demjenigen der das Foto gemacht und veröffentlicht hat, sondern auch von jeden anderen der es zufällig im Internet sieht und eigentlich gar nichts damit zu tun hat.
Für Prominente ist dieser stetig wachsende Kontrollverlust, aber auch der ständig sinkende Respekt vor einer Privatsphäre, ein richtiges Problem. Leider machen sich darüber allerdings zu wenige Menschen Gedanken bzw. haben mittlerweile jeden Respekt verloren.
Es sind wahrscheinlich genau solche Artikel weswegen Bill Kaulitz das Internet gerne mal abschalten würde. Artikel die zufällig gefundenen Videos im Sinne des Schreibers beliebig interpretieren. Vielleicht sollte man Bill Kaulitz noch mal fragen ob er seine Aussagen konkretisieren will. Ob er mit Wert tatsächlich den Geldwert oder eher einen emotionalen Wert meint. Aber das ist halt auch einer der Nachteile am Internet. Jeder kann aus einer schwammigen, flüchtig gemachten Aussage eine konkrete Tatsache machen indem er die Aussage in seinem Sinne interpretiert. Und jeder der es liest, glaubt es.
Michael Jackson schlief im Sauerstoffzelt. Das gab es also schon vor dem Internet, jedoch ist es durch die im Internet ständig vorhandenen Inflation erst zur Plage geworden.
Willkommen im 21. Jahrhundert.
Wenn man mit der Realität konfrontiert wird, hilft die Flucht in eine Traumwelt (auch Klein-Bill) nur bis zum Aufwachen. Die 80er (1780er, 1880er und 1980er) sind längst vorbei und darauf sollte man sich einstellen, wenn man berühmt werden will.
@inkorrupt: Danke, verstanden.
@Roland: Richtig, ihnen wäre eine klare Hierarchie lieber: Stars, dann Promis, dann die Journaille, dann der Konsument. Das verwischt im Netz natürlich alles. Furchtbar kompliziert.
@Muss?: Genau, und ich behaupte, dass er, ohne es sich bewusst zu machen, einfach einen Egoismus anwendet, der ja an sich nicht ungesund ist. Aber in der Allgemeingültigkeit beanspruchenden Form “das ist so schlimm, ich würd´s abschalten” halt nicht. Es geht ja eigentlich auch nicht um BK, sondern um eine Argumentationsstruktur, die vornerum ein bisschen kulturpessimistisch technikskeptisch ist, und hintenrum einfach nur egoistisch.
@Ralf: Du beschreibst eigentlich genau das, was ich Kaulitz an Denkmuster unterstelle: “Durch diese Inflation werden selbst wichtige Informationen fast schon wertlos.”
Das ist, wie ich geschrieben habe, eine lupenrein ökonomische Sichtweise. Für Menschen, die kein Geld mit ihnen verdienen wollen, sind wichtige Informationen jedoch immer wichtig, egal wie viele es davon gibt. Meine Frage wäre auch: Wozu ist dieser Seltenheitswert gut, wenn nicht zu ökonomischen Zwecken?
Deine Gedanken zur Begrifflichkeit “share” usw. kenne ich und finde die Überlegung sehr interessant: Wir brauchen schleunigst neue bzw. bessere Begriffe für das, was im digitalen Raum passiert!
Was Du hingegen bez. Kontrollverlust und Privatsphäre beschreibst, ist nichts anderes als die vielzitierte Demokratisierung der medialen Möglichkeiten. Das mag für Stars durchaus unangenehme Auswirkungen haben. Thesen wie “Respekt vor der Privatsphäre sinkt ständig” würde ich trotzdem gerne mal belegt sehen. Woran macht man das fest? Nicht anekdotisch von wegen BILD-Leserreporter, die mit Kamerahandys Unfallopfer knipsen, sondern sozialwissenschaftlich o.ä. gemessen?
Und, um beim BILD-Beispiel zu bleiben, was wäre ein Kamerahandy und das Netz zum Veröffentlichen der Promi-Fotos ohne Publikationen wie der BILD, die damit viel Geld verdienen und vor allem der Leser, die darauf abfahren? Liegt das Problem jetzt an der Technik und ihrer Verbreitung oder vielmehr an der grundsätzlichen Sensationsgeilheit des Menschen, die sich nunmal auf Stars konzentriert?
[...] —- Bill Kaulitz von Tokio Hotel möchte am liebsten das Internet abschalten. Ok, der Blog alright okee! analysiert die Aussagen und gibt dabei noch seinen eigenen Senf ab. — Wie sollte man als [...]
[...] immer wieder anmerke: man kann jung sein und trotzdem kann einem der Kalk aus der Hose rieseln. Die weitergehende Analyse von „alright, okee!” ist sicherlich auch nicht ganz falsch … Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in 3. Das [...]