Seth Godin, Autor der Social-Media-Bibel Tribes und Träger des schwarzen Gurtes in Internet-Analyse, hat einige semantische (Um)codierungen von Schlagwörtern aufgeschrieben, die häufig in seinem Sprachgebrauch vorkommen. Das wurde auch mal Zeit, sind doch die Debatten um neue (digitale/mediale) Entwicklungen oft eher Schattenboxen um das richtige Vokabular (bestes Beispiel: Lobo / von Gehlen / Weiss über “Diebstahl” von Urheberrechten im digitalen Zeitalter). Godins Definitionen kann man sich auch abseits der üblichen Konfliktlinien mal zu Gemüte führen.
Ein Künstler ist demnach für ihn (übersetzt und zusammengefasst von mir) ein Mensch, der ein Problem vermenschlicht, der einen anderen zum guten hin verändert; der Arbeit erledigt, die in keinem Handbuch niedergeschrieben werden kann. Kunst ist demnach Kreativität und Einsicht statt Zahnradexistenz.
Und das Lizard Brain (dt.: Amygdala) stellt er vor als den kleinen Teil des menschlichen Gehirns, in dem das „aber“ haust. Zusammen mit der Furcht, der Sorge, der Angst, gerade auch vor unbekannten Ereignissen. Godin empfiehlt also, es zur richtigen Zeit auszuschalten, denn genau diese Gefühle verhindern die besten Ideen: „Brainstorming doesn’t work so well, because most people are bad at it. They’re bad at it because their lizard brain takes over moments before a big idea is uttered. “Oh no!” it says, “I better not say that because if I do, then I’ll have to do it.”
Nicht umsonst hat sich Godin die Marke Go Go Go schützen lassen (erlaubt aber jede Nutzung), als Mantra all derjeniger, die ihre Besorgnis besiegen und eben ihre Amygdala ignorieren. Er appelliert an uns, einfach zu machen.
Mit diesem Blog möchte ich seinem Rat folgen und in loser Abfolge ein bisschen Vokabeln pauken. Denn am Anfang war das Wort, oder so.